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Einleitung

Mesopotamien-Einleitung

Die ersten menschlichen Gemeinschaften waren in ihrer Entfaltung viel intensiver von der natürlichen Gunst oder Ungunst ihres Lebensraumes bestimmt als heutige hochtechnisierte Gesellschaften. Weite Gebiete des Alten Orients blieben darum wegen ihrer kargen, lebensfeindlichen Umwelt lange Zeit von einer dauerhaften Besiedlung ausgespart. Dennoch gab es Landschaften, die den Bedürfnissen der frühen Ackerbauern und Viehzüchter genügten oder gar die Entwicklung blühender Hochkulturen erlaubten. Nach heutigem Wissen ist der Alte Orient die Region, in der sich zum erstenmal der Übergang von einer reinen Jäger- und Sammlergesellschaft zu einer Gemeinschaft vollzog, die auf Ackerbau und Viehzucht basierte. Die als neolithische Revolution bezeichnete Umstrukturierung setze noch vor dem 7. Jahrtausend v. Chr. Im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris ein, das somit zu den Gunsträumen im Alten Orient gehörte. Form und Ertragsfähigkeit seiner Landschaften standen Pate für einen weiteren Namen „Fruchtbarer Halbmond“. Mesopotamien, das Land am mittleren und unteren Euphrat und Tigris, war die Landschaft, in der zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit eine Jäger- und Sammlergesellschaft zum Ackerbau überging und deren Entwicklung in den wahrscheinlich frühesten Hochkulturen der Erde, den Stadtstaaten der Sumerer, kulminierte. Der Wasserreichtum der vorgenannten Flüsse war die notwendige Grundlage, um die fruchtbaren Schwemmlandböden zu nutzen und die Ernährung der rasch wachsenden Bevölkerung zu sichern. Und während der Rest der Welt noch nicht auf sich aufmerksam machte, fanden die Menschen im Zweistromland solche Gunsträume vor, die die natürliche Umwelt ausmachen, und sie haben es glänzend verstanden sie in Wert zu setzen d.h. Die Entwicklung zur Kulturlandschaft zu formen. Wir lassen die geologische Vorgeschichte auf sich beruhen, bis zu dem Zeitpunkt, wo wir die ersten Zeugnisse in einer städtischen Kultur finden. Dieser Zeitpunkt lässt sich nur sehr ungenau bestimmen, Ende des 4. Jahrtausend v.Chr. Ist ein grober Anhaltspunkt. Die Reste riesiger Gebäude in Uruk, wahrscheinlich Tempel, lassen erkennen, dass wir hier von Städten sprechen können. Neben den großen Zentren Uruk, Eridu, Ur, Larsa Nippuhr gab es zu allen Zeiten kleinere Gemeinden, Dörfer und auch Einzelgehöfte. Wir nennen den geschichtlichen Raum zwischen dem Flaschenhals von Euphrat und Tigris Babylonien. Die Geschichte dieses Babylonien ist im 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung wesentlich durch zwei Sprachen geprägt: Sumerer und Semiten. Die letzteren kann man etwa seit der Mitte dieses Jahrtausends als die Akkader identifizieren. Wiederum benannt nach ihrer Hauptstadt Akkad, in welcher Sargon und seine Nachfolger regierten. Woher die Sumerer gekommen sind und ab wann sie in Babylonien ansässig waren, ist unklar. Für die Bewohner des Fruchtbaren Halbmonds begann Geschichte laut der Sumerischen Königsliste, in der Zeit, als das Königstum vom Himmel gekommen war. In dieser Liste sind Herscherreihen zahlreichen Städte aufgeführt und den ältesten Königen werden mythisch lange Regierungszeiten zugewiesen. Der älteste uns Inschriftlich bezeugte Herrscher ist Emmebaragesi, König in der Stadt Kis. Sein Sohn Agga hätte nach einem sumerischen Epos, gegen keinen geringeren als Gilgamesch von Urruck gekämpft, den Helden des „Gilgamesch-Epos“. Als erster mesopotamischer Herrscher nennt sich Urnammu „König von Sumer und Akkad „. Er weist damit deutlich auf die beiden staatstragenden ethnischen Elemente hin: Sumerer und Akkader.

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